Passion Christi - Handschriften zur österlichen Liturgie aus der Kölner Dom- und Diözesanbibliothek

Zwischen dem 1. April und dem 31. August 2015 werden in der sogenannten Bibliothek der Domschatzkammer sieben Handschriften aus der Kölner Dom- und Diözesanbibibliothek gezeigt, die Texte zur österlichen Liturgie, zur Leidensgeschichte Christi und darauf bezogene Illustrationen enthalten.

Evangelium mit Glossen, Dombibliothek Cod. 22, fol. 116v mit A-Initiale.

Für die Messfeier und andere liturgische Handlungen wurden Texte benötigt, die vor der Erfindung des Buchdruckes im 15. Jahrhundert nur handschriftlich auf Pergament (geglättete Tierhaut) hergestellt werden konnten. Vor allem seit in der Regierungszeit Karls des Großen um 800 n. Chr. einheitliche Textfassungen für die verschiedenen liturgischen Bücher erstellt worden waren, nahm die Produktion von Büchern trotz der hohen Herstellungskosten einen gewaltigen Aufschwung. In der Mehrzahl waren dies einfache Texthandschriften ohne besonderen Schmuck, die dem Studium dienten oder dem täglichen Gebrauch im Gottesdienst. Gleichzeitig entstanden aber auch prachtvolle Handschriften, die mit Bildern und Ornamenten kostbar ausgestattet wurden und die gerade deswegen sorgfältig gepflegt wurden und somit in größerer Zahl erhalten sind als die schmucklosen Gebrauchshandschriften.

 

Auftraggeber waren hochgestellte Personen wie Geistliche oder Herrscher, die solche kostbaren Objekte entweder zum eigenen Gebrauch für ihre Kloster- oder Bischofskirche, aber auch als Geschenke herstellen ließen. Produktionsorte waren zumeist Schreib- und Malschulen in Klöstern oder an Bischofskirchen, wie zum Beispiel auf der Bodenseeinsel Reichenau, in Fulda, Hildesheim oder Köln. Die Kölner Dombibliothek enthält heute noch fast 300 Handschriften. Ihr erster Katalog wurde unter Erzbischof Hildebold (gest. 818) verfasst. Sie ist damit eine der ältesten und größten Kathedralbibliotheken aus mittelalterlicher Zeit.